Das Marie-Luise-Schattenmann-Haus ist die größte Einrichtung des vij München. Es wurde 1955 in seiner heutigen Forma am aktuellen Standort in der Friedrich-Loy-Straße 16 in München Schwabing (früher Zentnerstraße 62) erbaut und 1995 erweitert (Rundbau). Zuvor befand sich das Wohnheim von 1913 bis zum Neubau und der Neueröffnung 1955 in der Landwehrstraße 81. Dieses Gebäude wurde im Jahr 1974 verkauft.

1964 benannte sich der „Freundinnen-Verein“ in Verein für Internationale Jugendarbeit um. Aus dem Jugendwohnheim entwickelte sich seit den 70er Jahren eine differenzierte Jugendhilfeeinrichtung.

Nach dem frühen, überraschenden Tod von Marie-Luise Schattenmann, der ersten Vorsitzenden und maßgeblichen Mitstreiterin für das neue Wohnheim des Vereins, wurde das Jugendwohnheim nach ihr benannt.

Das Marie-Luise-Schattenmann-Haus war von Beginn an ein Haus, in dem Mädchen und junge Frauen einen Schutzraum vor Ausbeutung, Ausnutzung und Grenzüberschreitung fanden, wenn sie in München ihre schulische oder berufliche Ausbildung begannen.

Im Laufe der Zeit zeigte sich der Bedarf an mehr Unterstützung in der beruflichen und sozialen Entwicklung bei einigen Bewohnerinnen. Deshalb bildeten sich seit 1974 unterschiedlich stark betreute Wohnformen innerhalb des Schul- und Ausbildungswohnheimes heraus.

Im Jahr 1974 werden erstmals acht junge Frauen im Rahmen der Jugendhilfe innerhalb des Wohnheims betreut. Der Leitgedanke war hier stets ‚Integration statt Ausgrenzung‘. Dieses integrative Modell der stationären Jugendhilfe im Rahmen der ‚Freiwilligen Erziehungshilfe für Mädchen zwischen 14-18 Jahren‘ wird 1975 ausgebaut und die ‚Sozialtherapeutische Abteilung‘ wird eröffnet. Die Gruppe der ‚FEH‘ wird 1977 auf 20 Plätze erweitert.

Es folgt 1981 die Anerkennung des Marie-Luise-Schattenmann-Hauses als heilpädagogisches Heim durch die Heimaufsicht.

Seit dem entwickeln sich die betreuten Wohnformen innerhalb des Schul- und Ausbildungswohnheimes stetig weiter. Nach den beiden ‚Sozialtherapeutischen Wohngruppen‘ mit heute 18 Plätzen entwickelte sich die 1998 die sogenannte ‚Verselbständigungsgruppe‘ für junge Frauen. Diese Gruppe teilte sich in das heutige ‚Individuelle Teilbetreute Wohnen‘ in abgegrenzten Klein-WG’s und das ‚Begleitete Wohnen‘ integriert in das Schul- und Ausbildungswohnheim. Mehr als zehn Jahre später, im Jahr 2012, entwickelte sich innerhalb des Hauses eine weitere betreute Wohnform im Rahmen der Eingliederungshilfe, das ‚Wohnen für junge Erwachsene‘ für junge Frauen zwischen 21 und 30 Jahren als Ergänzung zu den verschiedenen Angeboten der Jugendhilfe innerhalb des Marie-Luise-Schattenmann-Hauses. Als Ergänzung dazu wurde auch ein ‚Betreutes Einzelwohnen‘ für junge Frauen zwischen 21 und Jahren aufgebaut. Im Jahr 2016 eröffnete das Marie-Luise-Schattenmann-Haus seine erste Außenwohngruppe für junge Frauen zwischen18 und 23 Jahren aus dem In- und Ausland. Die ‚Luisen-WG‘ war ein Angebot im Rahmen des ‚Begleiteten Wohnens‘ nach § 13,3 SGB VIII und musste aufgrund der stagnierenden Nachfrage Anfang 2019 seinen Betrieb einstellen. Aufgrund der anhaltend hohen Nachfrage im Bereich der ‚Sozialtherapeutischen Wohngruppen‘ entwickelte das pädagogische Team der Einrichtung ein Konzept für eine ‚Teilbetreute Therapeutische Wohngruppe‘ als neue Außenwohngruppe des Marie-Luise-Schattenmann-Hauses. Im Juni 2019 eröffnete die neue Außenwohngruppe in der Sondermeierstraße auf dem Gelände des Evangelischen Waisenhausvereins in München-Freimann seine Türen für junge Frauen zwischen 18 und 27 Jahren.

Der Verein für Internationale Jugendarbeit München hat die Aufgabe, in der Ausbildung stehende oder berufstätige junge Menschen im In- und Ausland zu fördern und ihnen Beratung, Begleitung und Hilfe zu gewähren – gleich welcher Nationalität und Religion. Er leistet interkonfessionelle und interkulturelle Arbeit in verschiedenen Arbeitsfeldern. Der Verein ist seiner alten Vereinsidee treu geblieben, junge Menschen in der Fremde, in der Migration, zu begleiten, zu schützen, zu qualifizieren und dabei zu unterstützen, ihre Menschenrechte wahrzunehmen.

Im Marie-Luise-Schattenmann-Haus handeln wir mit diesen Grundgedanken stets nach der Maxime ‚Integration statt Ausgrenzung‘. Dieser integrative Gedanke gilt für uns umfassend und bezieht sich auf die Integration verschiedener Bewohnerinnen-Gruppen innerhalb des Hauses und auch die Integration innerer Themen einzelner Bewohnerinnen. Die angestrebte, sichtbare Autonomie kann oft erst dann gelingen, wenn innere Themen und Entwicklungsschritte in das Selbst und die Persönlichkeit integriert sind.

Wir begleiten Mädchen und junge Frauen ein Stück auf ihrem Lebensweg. Das Marie-Luise-Schattenmann-Haus verfolgt dabei einen integrativen Gedanken: Junge Menschen aus verschiedenen Ländern, mit unterschiedlicher sozialer Herkunft, unterschiedlicher religiöser, kultureller und weltanschaulicher Orientierung in verschiedenen Ausbildungssituationen finden unter einem Dach zu einem gemeinsamen, toleranten und sozialen Miteinander.  „Fremdes“ gilt uns als Bereicherung. Wir wenden uns gegen Ausgrenzung, Diskriminierung, Intoleranz, Fremden­feindlichkeit und Gewalt.

Das gemeinsame Wohnen bietet soziale Kontakte und Unterstützung. Das Zusammenleben mit Anderen ermöglicht Stabilität zu finden sowie persönliche Stärken zu entwickeln und auszubauen. Die pädagogische Unterstützung und Begleitung zur Selbständigkeit und zu einem eigenständigen Leben ermöglicht den Mädchen und jungen Frauen ihren eigenen Platz im Leben einzunehmen und auf eigenen Füßen zu stehen. Das Marie-Luise-Schattenmann-Haus bietet hierfür einen freundlichen, hilfreichen und sicheren Ort, um sich zu entwickeln und das Leben in die eigenen Hände zu nehmen.

Die berufliche, lebenspraktische und persönliche Entwicklung jeder Einzelnen möglichst gut zu fördern ist uns dabei ein besonderes Anliegen.

Die sozialpädagogischen Teams entscheiden sich mit jeder Aufnahmezusage dafür, den Lebensweg verlässlich, verbindlich und verantwortungsvoll sowie mit hoher fachlicher Kompetenz zu begleiten. Wir fördern die Mitsprache und Mitwirkung der jungen Frauen bei der Gestaltung ihres Lebenswegs und ihres Lebensfeldes.

Wir bieten Wohnmöglichkeiten für Mädchen und junge Frauen. Wir beraten, begleiten, unterstützen und betreuen Mädchen und junge Frauen in Wohngruppen mit den Schwerpunkten Ausbildungsförderung und geben Hilfestellungen zu einem selbständigen Leben sowie zur Persönlichkeitsentwicklung

Wir arbeiten im Marie-Luise-Schattenmann-Haus Hand in Hand mit allen KollegInnen aller Bereiche (Wohngruppen, Verwaltung, Küche, Hauswirtschaft, Haustechnik) um die Begleitung und Betreuung unserer Bewohnerinnen in einer wertschätzenden und wohlwollenden Atmosphäre auf Augenhöhe stattfinden zu lassen. Ein warmes, intaktes, sauberes und helles Interieur mit viel Holz und lebendigen Pflanzen ist der Grundstein unserer Wohn- und Betreuungsatmosphäre. Der innere und äußere Schutzraum mit der vorhandenen Privatsphäre im eigenen Zimmer und der abgeschlossenen Eingangstür über Nacht bieten den Mädchen und jungen Frauen einen sicheren Ort in dem ihre persönlichen Grenzen Beachtung finden. Die Hausregeln sind mit allen Bewohnerinnen kommuniziert und für alle BesucherInnen transparent einsehbar.

In den therapeutischen Gruppen entsteht so ein therapeutisches Milieu im Sinne der Milieutherapie mit zuverlässigen, transparenten, vorhersehbaren, vertrauensvollen und sozialen Strukturen, Regeln und Ritualen. Dieser ganzheitliche Ansatz unterscheidet nicht zwischen alltagsnaher Begleitung und Betreuung die durch alle MitarbeiterInnen aller Bereiche stattfindet und psychologischen-psychotherapeutischen Sitzungen. Dadurch drücken wir eine absolute Wertschätzung des Gegenübers mit allen Facetten aus und gehen in der Beziehungsarbeit mit den Bewohnerinnen professionell mit den Beziehungserwartungen und Beziehungswünschen um.

Leitung

Franz Hoffmann

Leitung
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Ramona Oesterlein

stellvertr. Leiterin
Tel. 089 306 68 69 29